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Regierung rudert bei AKW zurueck


Holger Gilruth
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Nicht das ich es schlimm finde das sie alle Kernkraftwerke noch einmal ueberpruefen moechten aber was mir wirklich Sorge bereitet ist der folgende Satz von Angela Merkel

" Wir werden alle Atomkraftwerke neu begutachten auch ungeachtet von Wirtschaftlichen Interessen"

Jetzt frage ich mich, haben sie bei der letzten Ueberpruefung nicht ungeachtet von wirtschaftlichen Interessen gearbeitet? Das wuerde mir wirklich Sorgen bereiten.

 

Was ist eure Meinung dazu?

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Naja, leicht off-topic... aber im Grunde haben die Verantwortlichen in DE damit indirekt zugegeben dass die ganzen Argumente vorher voellig aus der Luft gegriffen waren. Wenn wir AKWs so dringend noetig als Brueckentechnologie benoetigen, wieso koennen dann ploetzlich mirnix dirnix mal 7 abgeschaltet werden? Da wird wohl auch ein teil des Stroms aus dem Ausland importiert, aber trotzdem... da zeigt sich eigentlich ganz gut dass Politiker alles im Auge haben, nur nicht das Wohl des Volkes.

Persoenlich wette ich drauf dass, sobald sich die Wogen geglaettet haben, alles seinen alten Gang geht und die AKWs alle wieder ans Netz gehen. Weil... unfaelle kanns ja in DE gaaarnicht geben, das Endlager ist aaaabsolut sicher und so weiter und so fort.

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Um zurück auf dein Thema zu kommen. Und so sind wir auch bei der Natur..

Hier hat ganz klar die Natur, der Politik ein Bein gestellt... Natürlich hab ichdas jetzt auch erstmal so gedeutet wie du im Eingangspost.

Wobei ich jedoch gestehen muss, das ich es derzeit erstmal nebensächlich finde, was wer wie vorher gedacht hat und jetzt denkt mit den Gesetzen. Ich finde wir sollten schnell zu einer Lösung kommen, wie wir diese technologie ersetzen können.

Auch ich war einst beführworter von Atomkraft. So schrecklich es für die Menschen jetzt in Japan ist.. hat mich dies gelehrt das diese Technik eben nicht so sicher scheint, wie sie uns verkauft wurde. Fernab von einer Naturkatastrophe scheint es mir nun auch nicht unmöglich solch eine Katastrophe z.B auch durch einen Terroranschlag in nicht erdbebengefärdeten Gebieten zu erleiden.

Ich finde es gut das die jetzige Regierung sich dazu bekennt und dies ein Thema ist.

Nicht gut finde ich, wenn man dies nun instrumentalisiert um Wahlkamp, Wählerstimmen oder Parteimachtgehabe durchführt. Siehe Sigmar Gabriel ala "Wir haben es doch immer gesagt".

Er hat ja sicher recht.. aber die derzeitigen Geschehnisse zu nutzen um Machtkampf zu betreiben, find ich (entschuldigt mir das Wort) pervers.

Man sollte nun  wie gesagt schnells möglich sehen, welche alternativen wir haben.. und diese dann auch nutzen oder aufbauen.

Welche Partei es vorher besser wusste, das sollte erstmal nebensache sein. Wir müssen nun zu einer Lösung kommen und keinen Machtkampf auf dem Rücken der schlimmen Geschehnisse austragen.

Das wünsche ich mir von unserer Politik. Und wer heute Mittag den Bundestag bei Phoenix gesehen hat, der stimmt mir sicher zu. Es geht da weniger um eine Lösung als das gegenseitige "bashen" wer recht hat oder hatte. Das ist höcht bedenklich in meinen Augen. Viel lieber hätte ich mir eine Schweigeminute für die Opfer gewünscht. Man sollte respekt bei diesem Thema haben und dies vermisse ich bei unseren Politiker leider in manchen Fällen.

 

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Ich will doch schwer hoffen, dass wirtschaftliche Interessen ebenfalls in der Energiepolitik berücksichtigt werden und wurden. Natürlich nicht ausschließlich, ansonsten hätten wir ebensoviele Kohlekraftwerke in der Landschaft herumstehen wie die Amis.

Im Gegensatz zu denen haben wir es geschafft, unsere Treibhausgas-Emissionen seit den 90er Jahren um 19% zu senken, in erster Linie mit Hilfe von Atomstrom. Alternative Energiequellen wie Wind- und Wasserkraftwerke sind zwar noch umweltfreundlicher, aber auch sehr unzuverlässig. Leider sind die globalen CO2-Emission in diesem Zeitraum um 20% gestiegen, also war's letztendlich doch alles für die Katz :( Aber das ist ein anderes Thema.

Fakt ist, dass Atomstrom sowohl wirtschaftlich als auch zuverlässig und - zumindest in Deutschland - relativ sicher ist. Unsere AKWs sind sowohl gegen Erdbeben als auch gegen Hochwasser und sogar gegen Flugzeugabstürze gesichert. Merkels Geschwafel ist also nur ein Versuch, politisches Kapital aus der katastrophalen Lage in Japan zu schlagen.

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Ob AKWs nun sicher sind oder nicht ist, meiner Meinung nach, debattierbar. Betriebssicherheit ist ein Faktor, aber auch die Frage der Folgen bei einem Unfall. Ebenso natuerlich die nach wie vor voellig ungeloeste Frage wohin mit dem Schrott - nicht nur die Brennstaebe, auch alte AKWs muessen irgendwann mal entsorgt werden. Derzeit ist die Planung einfach die Bauruinen da stehen zu lassen wo sie halt grad sind.

Das heisst nun nicht dass man Forschung an besserem, sicheren Atomstrom einstellen sollte, ganz im Gegenteil. Die Technik muss allerdings meiner Meinung nach erstmal ausreifen. Dasselbe gilt fuer Wind/Wasser/Solarenergie, auch wenn dort die Fortschritte endlich mal den Punkt absehen lassen wo's dann auch praktikabel ist. Siehe die juengsten Fortschritte bei der Speicherung grosser Energiemengen mittels kinetischer Speicher (Umgeruestete Staudaemme, alte Bergwerke) oder auch nicht-kinetische Hitzespeicher. Wobei ich da (kuenstliche) Staudaemme alles andere als sicher empfinde.

Der Witz an der Sache ist, dass das alles schon durchaus praktikabel ist. Wir haben schon seit fast zehn Jahren keinen Stromanschluss am Haus mehr. Man muss nur wollen. Und das, genau das, ist das Problem der Politik, der Industrie und leider auch der Bevoelkerung - da will keiner.

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Was mir persönlich viel wichtiger ist: ich hatte seit über zehn Jahren keinen Stromausfall mehr :) Mein CO2-Footprint ist wirklich minimal. Ich arbeite von zuhause aus und fahre mit dem Rad zum Einkaufen, auch im tiefsten Winter. Ich recycle meinen Abfall, kompostiere meine Naturfaser-Katzenstreu, und habe Katzenklappen in allen Türen, damit ich nur drei Zimmer beheizen muss (Küche, Flur und Bad bleiben im Winter kalt bzw. knapp über dem Gefrierpunkt).

Da mache ich mir keine Vorwürfe, dass knapp 90% meines Stroms aus Kernenergie stammt und zumindest einer meiner vier Rechner Tag und Nacht läuft. Wenn ich mal unerwartet 30k Euro erben sollte, dann würde ich evtl. die Hälfte davon in eine Solaranlage auf dem Dach investieren. Aber bis dahin mache ich mir kein schlechtes Gewissen, weil ein halber Brennstab in irgendeinem Castor-Behälter auf meine Kappe geht.

Wenn der globale Klimawandel weiter seinen Lauf nimmt, haben wir in zwanzig Jahren sowieso ganz andere Sorgen. Die Endlagerung von Atommüll wird wohl das geringste Problem sein, wenn wir uns mit den Flüchtlingen aus Küstengebieten um drei Dosen Hundefutter und die letzte Flasche sauberes Trinkwasser prügeln, während uns Hurrikane die Häuser abdecken und diverse neue Tropenkrankheiten uns langsam dahinraffen.

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